Christian Baron mit seiner Kaiserslautern Trilogie

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Datum:Donnerstag, 27. August 2026Uhrzeit:20:00 UhrAdresse:
Schloss Schönhausen Tschaikowskistrasse 1 13156 Berlin
Eintritt:20,00 EUR, ermäßigt 15,00 EUR

OPEN – AIR – LITERATURSOMMER 2026
Im Schlossgarten des Schloss Schönhausen, im Bereich des Café Sommerlust.
Tschaikowskistraße 1 – 13156 Berlin

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe vom Buchlokal und dem Schloss Schönhausen.
Für Getränke sorgt das Café Sommerlust.

Ticket pro Person und Veranstaltung: 20,00 EUR / ermäßigt 15,00 EUR 
Kartenvorverkauf: seit 01. Mai 2026 an der Schlosskasse.
Bei Schlechtwetter wird die Veranstaltung in den Festsaal verlegt werden.

 

Donnerstag, 27. August 2026

Beginn: 20:00 Uhr
 

Christian Baron mit seiner Kaiserslautern Trilogie: »Ein Mann seiner Klasse«, »Schön ist die Nacht« und» Drei Schwestern«

Moderation: Knut Elstermann

 

Die Bücher:

»Ein Mann seiner Klasse«

Der SPIEGEL-Bestseller des mehrfach ausgezeichneten Schriftstellers Christian Baron: adaptiert für Film und Theater, ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis und eingeladen zum Theatertreffen. Über die schockierende Lebensgeschichte eines Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der seinen eigenen Weg findet: schonungslos, bewegend und eindringlich.

Eine Geschichte vom Leben und Sterben, vom Nacheifern und Abnabeln, vom Verdammen und Verzeihen

»Mochte mein Vater auch manchmal unser letztes Geld in irgendeiner Spelunke versoffen, mochte er auch mehrmals meine Mutter blutig geprügelt haben: Ich wollte immer, dass er bleibt. Aber anders.«

Kaiserslautern in den neunziger Jahren: Christian Baron erzählt die Geschichte seiner Kindheit, seines prügelnden Vaters und seiner depressiven Mutter. Er beschreibt, was es bedeutet, in diesem reichen Land in Armut aufzuwachsen. Wie es sich anfühlt, als kleiner Junge männliche Gewalt zu erfahren. Was es heißt, als Jugendlicher zum Klassenflüchtling zu werden. Was von all den Erinnerungen bleibt. Und wie es ihm gelang, seinen eigenen Weg zu finden.

Mit großer erzählerischer Kraft und Intensität zeigt Christian Baron Menschen in sozialer Schieflage und Perspektivlosigkeit. Ihre Lebensrealität findet in der Politik, in den Medien und in der Literatur kaum Gehör. Ein Mann seiner Klasse erklärt nichts und offenbart doch so vieles von dem, was in unserer Gesellschaft im Argen liegt. Christian Baron zu lesen ist schockierend, bereichernd und wichtig.

 

»Schön ist die Nacht«

Das Dröhnen und die Herrlichkeit, die Bürde und die Notwendigkeit des Lebens der „einfachen Leute“
Willy sehnt sich nach nichts so sehr wie nach einem normalen Leben. Er will seine Arbeit als Zimmerer gut machen, er will für seine Familie sorgen, er träumt vom eigenen Häuschen. Mit seiner ehrlichen Art stößt er immer wieder an Grenzen, was nichts an seinem Entschluss ändert, anständig zu bleiben.

Horst, ein ungelernter Hilfsarbeiter, glaubt schon lange nicht mehr daran, auf ehrliche Weise nach oben zu kommen. Er greift zu halbseidenen Mitteln, und seine Existenz entgleitet ihm in dem Maße, in dem er seine Aggressionen nicht im Griff hat. In die Spirale des Abstiegs zieht er seinen Freund Willy hinein – mit katastrophalen Folgen für beide.

Schön ist die Nacht ist ein Roman über die westdeutschen Siebzigerjahre, der Roman einer ganzen sozialen Klasse. Zwischen ihren nach Emanzipation strebenden Frauen und streikwilligen „Gastarbeitern“, zwischen ihnen entgleitenden Kindern und sie unter Druck setzenden Chefs, zwischen Spekulantenträumen und Baustellenwirklichkeit führen Willy und Horst aussichtslose Kämpfe um ihren Anteil am Wohlstand. Müssen wir sie uns als glückliche Menschen vorstellen?

 

»Drei Schwestern«

Unterschiedlicher könnten Mira, Juli und Ella kaum sein – und doch sind sie geeint in ihrer Sehnsucht nach jener großen Freiheit, die im Westdeutschland der Achtzigerjahre ein süßes Versprechen war. 

Mira ist sechzehn, da erleidet sie eine Totgeburt. Der Vater des Kindes ist fort, doch tröstet sie der schillernde Nachbarsjunge Ottes. Sie will ausbrechen aus den Zwängen des proletarischen Elternhauses, politisiert sich und träumt vom Dasein als Dichterin. Juli, die jüngste Schwester, beschützt und bevormundet Mira, die sich nicht abhängig machen soll von einem Mann. Erst recht nicht von Ottes, dem Juli nichts Gutes zutraut. Darüber vergisst sie jedoch, den eigenen Weg zu finden. Die große Schwester Ella hat einen sozialen Aufstieg durch Heirat hinter sich und wird durch die Probleme der Jüngeren in die Muster ihrer Vergangenheit katapultiert. Muss es Mira und Juli nicht gelingen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, wo doch scheinbar alles möglich ist? 

Zum Abschluss seiner Kaiserslauterer Trilogie erzählt Christian Baron von einer Welt, die Frauen alles verspricht, gegen deren unsichtbare Mauern die drei Schwestern aus „einfachen Verhältnissen“ in der Klassengesellschaft aber unablässig anrennen müssen. Ein zärtlicher Roman über Mut und Aufbruch, über das Fallen und Weitermachen – und immer wieder über die Hoffnung und die Liebe. 

 

 

 

Der Autor:

Christian Baron, geboren 1985 in Kaiserslautern, lebt als freier Autor in Berlin. Im Sommer 2025 erschien bei Claassen sein dritter Roman, der seine "Kaiserslautern-Trilogie" vollendet. Der Titel: "Drei Schwestern". Sein zweiter Roman "Schön ist die Nacht" erschien 2022 bei Claassen. Die von ihm zusammen mit Maria Barankow herausgegebene Anthologie "Klasse und Kampf" erschien 2021 bei Claassen. Im Frühjahr 2020 erschien von ihm "Ein Mann seiner Klasse" (Claassen), wofür er im selben Jahr mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis für das beste deutschsprachige Debüt und 2021 mit dem Literaturpreis "Aufstieg durch Bildung" der noon-Foundation ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2020 erhielt er das Arbeitsstipendium Literatur des Landes Rheinland-Pfalz, im Jahr 2021 das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats. Ende 2023 übernahm er die Tübinger Poetik-Dozentur. Die Verfilmung von "Ein Mann seiner Klasse" wurde im Herbst 2024 in der ARD ausgestrahlt und ist nach wie vor in der ARD-Mediathek abrufbar.

 

Von 2018 bis 2021 arbeitete Baron als Politikredakteur bei der Wochenzeitung "der Freitag". Von 2014 bis 2018 war er Feuilletonredakteur der Tageszeitung "neues deutschland". Zwischen 2011 und 2014 war er Promotionsstipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Die damit verbundene, von Prof. Dr. Ulrich Brinkmann (TU Darmstadt) betreute soziologische Dissertation zum massenmedialen Sozialstaatsdiskurs in Deutschland befindet sich kurz vor dem Abschluss. 2010 schloss Baron sein Magister-Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik an der Uni Trier ab.

Von 2002 bis 2006 war er freier Mitarbeiter der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" in Kaiserslautern und arbeitete danach in Trier ressortübergreifend für die lokalen Online-Magazine "16vor.de" und "hunderttausend.de". Anschließend schrieb er unter anderem regelmäßig für das Internetportal "nachtkritik.de" über Theater.
 

2016 veröffentlichte er das Sachbuch "Proleten, Pöbel, Parasiten. Warum die Linken die Arbeiter verachten" (Verlag Das Neue Berlin) und 2012 mit Britta Steinwachs die Studie "Faul, frech, dreist. Die Diskrimierung von Erwerbslosigkeit durch BILD-Leser*innen" (Verlag Edition Assemblage).

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