Carsten Gansel mit »Ausradiert? und Christoph Links mit »Verschwundene Verlage«

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Datum:Mittwoch, 3. Juni 2026Uhrzeit:20:00 UhrAdresse:
Schloss Schönhausen Tschaikowskistrasse 1 13156 Berlin
Eintritt:20,00 EUR, ermäßigt 15,00 EUR

OPEN – AIR – LITERATURSOMMER 2026
Im Schlossgarten des Schloss Schönhausen, im Bereich des Café Sommerlust.
Tschaikowskistraße 1 – 13156 Berlin

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe vom Buchlokal und dem Schloss Schönhausen.
Für Getränke sorgt das Café Sommerlust.

Ticket pro Person und Veranstaltung: 20,00 EUR / ermäßigt 15,00 EUR 
Kartenvorverkauf: seit 01. Mai 2026 an der Schlosskasse.
Bei Schlechtwetter wird die Veranstaltung in den Festsaal verlegt werden.

 

Mittwoch, 03. Juni 2026

Beginn: 20:00 Uhr
 

Carsten Gansel mit »Ausradiert? - Wie die Literatur der DDR verschwand« und Christoph Links mit »Verschwundene Verlage - Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 - 1990)

 

Das Buch »Ausradiert?«:

Warum so viele ostdeutsche Schriftsteller aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind

Als die DDR unterging, kam es fast über Nacht zur Demontage der gesamten ostdeutschen Literatur. Millionen Bücher wurden vernichtet, Verlage und Betriebe für wenige D-Mark veräußert, Bibliotheken geschlossen. Die Bewertung des schriftstellerischen Schaffens erfolgte nicht nach ästhetischen Maßstäben, sondern nach ideologischen. Autorinnen und Autoren wurden pauschal als »staatsnah« oder »-fern« eingeteilt und aus dem kollektiven Gedächtnis verbannt. Das hatte traumatische Folgen, nicht nur für die Diffamierten.

Carsten Gansel zeigt exemplarisch, warum der Westen im Osten bis heute als dominant und übergriffig empfunden wird. Er wirbt für einen anderen Blick auf die DDR-Literatur und die Ostdeutschen, inklusive einer Rehabilitierung.

Von Christa und Gerhard Wolf bis Uwe Johnson, von Werner Bräunig bis Gerti Tetzner, von Brigitte Reimann bis Fritz Rudolf Fries, von Irmtraud Morgner bis Ulrich Plenzdorf, von Volker Braun bis Jenny Erpenbeck.

 

Der Autor:

Carsten Gansel, geb. 1955 in Güstrow, Studium der Germanistik/Slawistik, Forschungsstudium Literaturwissenschaft, Promotion und Habilitation, Lehre an verschiedenen Hochschulen und Universitäten (u.a. Güstrow, Berlin, Greifswald), 1992 Lehrstuhlvertretung Universität Bielefeld, 1993 Gastprofessur an der Goethe-Universität Frankfurt/M., bis 1995 Universität Greifswald, im Wintersemester 1994/1995 Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen, seit 1995 Professor für Neuere deutsche Literatur und Germanistische Literatur- und Mediendidaktik am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mitglied des P.E.N-Zentrums Deutschland, Vorsitzender der Jury zur Verleihung des Uwe-Johnson-Literaturpreises sowie des Uwe-Johnson-Förderpreises, Vorsitzender der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft, Sprecher des Beirates der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption (Kamenz), seit 2021 Vorsitzender der Christa-Wolf-Gesellschaft.
2011 Nominierung für den Diefenbaker Award (Canada), 2017 Bundesverdienstkreuz, 2024 Zuwahl als Mitglied der Leibniz-Sozietät, 2024 Annaliese-Wagner-Preis, 2024 Auszeichnung mit dem Volkacher Thaler.
Gastprofessuren u.a. an den Universitäten Calgary (Canada), Cornell/Ithaka (USA), Moskau (Russland), Stettin, Zielona Góra (Polen), Wroclaw (Polen), Sevilla (Spanien), Havanna (Kuba), Kasan (Russland), Top-Global-Professur an der Keio Universität Tokio (2022, 2024).
Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Deutsche Literatur des 19.-21. Jahrhunderts; Deutsche Literatur nach 1945 (DDR, Bundesrepublik); System- und Modernisierungstheorie; kulturwissenschaftliche Gedächtnisforschung, KJL, Medien- und Filmanalyse; Literaturkritik; Popkultur und Adoleszenzforschung; Evolution und Literatur, Narratologie.
Mehr als 100 Monographien, Herausgaben, Editionen und über 400 wiss. Beiträge zur Literatur insbesondere des 19. bis 21. Jahrhunderts und zu ausgewählten Fragen der Theorie und Geschichte der Literatur. Darunter sind Arbeiten zu Autoren wie: G.E. Lessing, F. Schiller, Hermann Hesse, Hans Fallada, Erich Kästner, J. R. Becher, Hans Werner Richter, Christa Wolf, Uwe Johnson, Günter Grass, Peter Härtling, Erwin Strittmatter, Erich Loest, Brigitte Reimann, Christoph Hein sowie zu zahlreichen Gegenwartsautoren.

 

 

Das Buch »Verschwundene Verlage - Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990)«:

Warum verschwanden in der DDR so viele Verlage?

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zentral zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem Buch der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Wurden sie vom Staat aus politischen Gründen enteignet, steuerrechtlich zum Aufgeben gezwungen, sind sie in den Westen abgewandert, haben sie aus eigenem Antrieb aufgegeben oder wurden sie gegen ihren Willen fusioniert? Dahinter steht die grundsätzliche Frage, mit welchen Mitteln und Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte, wie sie geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege räumte, um für die bevorzugten Firmen finanziell ertragreiche Monopolstellungen zu schaffen.

 

Der Autor:

Christoph Links, Jahrgang 1954, geboren in Caputh/Potsdam, 1975-1980 Studium der Philosophie und Lateinamerikanistik in Berlin und Leipzig, 1980-1986 Lateinamerika-Redakteur der »Berliner Zeitung«, nebenberuflich Sachbuchautor und Literaturrezensent für die Kulturzeitschrift »Sonntag«, 1986-1989 Assistent der Geschäftsleitung im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, Dezember 1989 Gründung des Ch. Links Verlages mit dem Schwerpunkt Politik und Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts, Mitglied im P.E.N.-Club (seit 1991), 1992-2002 Mitglied des Aufsichtsrates der Frankfurter Buchmesse, 1998-2005 Mitglied des Mittelstandsbeirates des Bundeswirtschaftsministeriums, 2008 Promotion am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit über die Privatisierung der DDR-Verlage im Prozess der deutschen Einheit, seit 2009 Mitglied der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, 2017-2019 Sprecher der Interessengruppe Meinungsfreiheit im Börsenverein, zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen sowie Herausgaben zur Literatur- und Zeitgeschichte.

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